24.04.bis 17.05.2026

Zwischen Haltung und Zweifel, Glanz und Vergänglichkeit entfaltet Going Glowing ein vielschichtiges Spannungsfeld. Die Künstlerinnen Naomi Akimoto, Viviana Meretta, Tomoko Sato und Natalia Wehler erforschen in Malerei, Druckgrafik, Keramik und Bildhauerei die fragile Balance der Welt.

Die Künstlerinnen hinterfragen dabei das Vergängliche wie das Bleibende. In einem offenen Zugang entsteht ein Spiegelbild der komplexen Verbindungen zwischen dem Selbst, der Natur und der krisengeschüttelten Welt um uns herum: Was bleibt, wenn alles vergeht? Warum leuchten, wenn Finsternis folgt?

Die verwendeten traditionellen Techniken – Malerei, Druck, Keramik und Bildhauerei – verlangen Geduld und Aufmerksamkeit, in der künstlerischen Praxis ebenso wie in der Betrachtung. In einer Zeit, in der sowohl alte Handwerkstechniken als auch natürliche Ökosysteme bedroht sind, setzen die Arbeiten einen bewussten Gegenpunkt, als eine Art Essenz des Lebendigen.

Naomi Akimoto entwickelt organisch anmutende Formen, die sich in Variationen wiederholen und verwandeln. Ihre Arbeiten verweisen oft auf Elemente der Natur in der Umgebung, wie Pflanzen, Bäume, Berge und Naturphänomene. Inspiration bekommt Akimoto auch durch Luft, Wasser oder den Himmel.(Abbildung oben.)

Diese Bewegung zwischen Mikrokosmos und universellem Rhythmus findet eine Entsprechung in den skulpturalen Arbeiten von Viviana Meretta, deren reduzierte Formen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit oszillieren und Raum, Körper und Sockel miteinander verschmelzen lassen.

Einen anderen Zugang zur Wahrnehmung öffnet Tomoko Sato, die die Möglichkeiten der Ölmalerei in virtuoser Weise ausschöpft. Mal erzeugt sie in altmeisterlicher Lasurtechnik räumliche Tiefe und Brillanz, mal setzt sie – wie bildgewordene Hinterfragungen – in die letzte Farbschicht Fingerspuren hinein, Rahmen oder Linien.

Mit Natalia Wehler erweitert sich das Spannungsfeld im Raum um die Gegenwart politischer und ökologischer Fragestellungen. Ihre Holzschnitte kombiniert sie mit Installation, Projektion und Video, anknüpfend a die Materialität traditioneller Techniken entfaltet sich eine uralte Technik mit neuen Perspektiven.

Die Künstlerinnen erkunden das Drinnen und Draußen, das Darüber und Darunter – Wasser, Luft, Erde und Leben selbst. Ihre Arbeiten befragen sich auf stillen Ebenen gegenseitig. Die Werke sind Zeugnisse einer Welt, die vielleicht nicht in dieser Form bestehen bleibt, und zugleich Ausdruck eines künstlerischen Aufbruchs, vielleicht sogar eines „Jetzt erst recht“ – jenseits kurzlebiger Trends und erdrückender Weltpolitik.

In Zeiten von Katastrophen und Kriegen ist Going Glowing auch als ambivalentes Zeichen lesbar: als letztes Aufmucken oder als beharrliches Leuchten, vielleicht auch als selbstironisches Glänzen, als künstlerische Geste des Innehaltens und Weitergehens zugleich.

Going Glowing bildet einen Raum, in dem Kunst leise leuchtet, auch in dunklen Zeiten.

Vernissage am 24. April 2026 um 19:30 Uhr mit einer Einführung durch Michael Stockhausen, Kunsthistoriker und Leiter der Museen der Stadt Soest.

Begleitend zur Ausstellung in unserem Programm KVU [plus] findet am Donnerstag, den 30.04.26 um 19 Uhr eine Lesung statt (Eintritt frei):

Mascha Kaléko – Eine Dichterin auf den Schwingen der Sehnsucht